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    <title>Landessozialgericht - Mitteilungen 2018</title>
    <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/4978609/Lde/index.html</link>
    <description>Aktuelle Meldungen von: Landessozialgericht</description>
    <language>German</language>
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      <title>Landessozialgericht</title>
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    <item>
      <title><![CDATA[Eingeschränkte Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsrecht bei einem persönlichen Fehlverhalten]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5429151/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<justify>  <br />Bemühen sich ausländische Personen über Jahre hinweg nur unzureichend, sich Heimreisedokumente zu beschaffen, erhalten sie nur eingeschränkte Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), wie das Landessozialgericht entschied.<br />  <br />Urteil vom 8. November 2018, Aktenzeichen L 7 AY 4468/16<br />  </justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5429157">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der 1964
geborene Kl&#228;ger ist kamerunischer Staatsangeh&#246;riger. Er reiste Anfang der&#160;1990er-Jahre zu Ausbildungszwecken in die
Bundesrepublik Deutschland ein. Unter anderem war eine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsuche bis Anfang September&#160;2006 erteilt worden.
Die Verl&#228;ngerung wurde abgelehnt. Eine vom Kl&#228;ger bei der kamerunischen Botschaft Ende dieses Jahres beantragte
Passverl&#228;ngerung kam nicht zustande, weil er die Geb&#252;hr nicht entrichtete. Sp&#228;ter weigerte er sich,
die&#160;Antragsformulare zur Ausstellung eines Passersatzpapieres auszuf&#252;llen. Ein 2008 beh&#246;rdlich eingeleitetes Verfahren
f&#252;hrte zwei Jahre sp&#228;ter zur Ausstellung eines drei Monate g&#252;ltigen Heimreisedokumentes durch die kamerunische Botschaft.
Die f&#252;r Mitte 2010 vorgesehen Abschiebung scheiterte, nachdem er auf dem Flughafen um Asyl nachsuchte. Ein weiterer Abschiebevorgang
wurde abgebrochen, nachdem er sich weigerte, die Dienstr&#228;ume der Bundespolizeidirektion am Flughafen zu verlassen, da er die
Rechtm&#228;&#223;igkeit der R&#252;ckf&#252;hrung und die G&#252;ltigkeit der Passersatzpapiere anzweifelte. Eine weitere Abschiebung
verlief erfolglos, weil er in der ihm zugewiesenen Gemeinschaftsunterkunft trotz Ank&#252;ndigung nicht angetroffen wurde. Der beim
Bundesamt f&#252;r Migration und Fl&#252;chtlinge (BAMF) gestellte Asylantrag wurde durch Bescheid von Februar 2011 abgelehnt. Das
hiergegen angestrengte Klageverfahren endete durch Klager&#252;cknahme. Nach dem Abschluss des Asylverfahrens war er seit August&#160;2011
im Besitz von jeweils befristeten Duldungen, zeitweise mit der Gestattung einer unselbstst&#228;ndigen Erwerbst&#228;tigkeit. Der
Aufforderung der Ausl&#228;nderbeh&#246;rde, bis Juli 2013 ein g&#252;ltiges Reisedokument vorzulegen, leistete er keine Folge. Mehrfachen
beh&#246;rdlichen Anfragen wegen eines Passersatzpapieres war die kamerunische Botschaft unter Verweis auf die vom Kl&#228;ger
gef&#252;hrten Gerichtsverfahren und erlittenen gesundheitlichen Beeintr&#228;chtigungen nicht nachgekommen. Im Juni 2014 begab sich der
Kl&#228;ger selbst zur Botschaft von Kamerun in Berlin, um einen neuen Reisepass zu beantragen, ohne diesen allerdings den Beh&#246;rden
vorzulegen. Nachdem er bereits F&#252;rsorgeleistungen bezogen hatte, gew&#228;hrte ihm das beklagte Land Baden-W&#252;rttemberg auf seinen
Antrag von September 2015 Leistungen nach dem AsylbLG, zun&#228;chst Grundleistungen und nach vorheriger Anh&#246;rung von November 2015
bis April&#160;2016 eingeschr&#228;nkte Leistungen. Er habe es selbst zu vertreten, dass Ma&#223;nahmen, die seinen Aufenthalt beendeten,
nicht h&#228;tten vollzogen werden k&#246;nnen. Ab Februar&#160;2016 w&#252;rden ihm zur Deckung des Bedarfs an Ern&#228;hrung sowie
K&#246;rper- und Gesundheitspflege Gutscheine ausgeh&#228;ndigt, derjenige f&#252;r Unterkunft und Heizung werde weiterhin durch
Sachleistungen gedeckt. Im erstinstanzlichen Verfahren wurde der Beklagte entsprechend dem Klagebegehren verurteilt, ungeminderte
Leistungen zu bewilligen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Das
Landessozialgericht gab demgegen&#252;ber im Ergebnis weitgehend dem Beklagten Recht. In dem in der Rechtsmittelinstanz noch
streitbefangenen Zeitraum von Februar bis April 2016 greift die Leistungseinschr&#228;nkung gem&#228;&#223; &#167; 1a Abs. 3 AsylbLG in der
Fassung von Art. 2 des Asylverfahrensbeschleunigungsgesetzes vom 20. Oktober&#160;2015 (BGBl I S. 1722). Bei dem jedenfalls seit
R&#252;cknahme der Klage gegen den asylablehnenden Bescheid des BAMF von Februar&#160;2011 ausreisepflichtigen Kl&#228;ger, der lediglich
geduldet ist, k&#246;nnen aus von ihm zu vertretenden Gr&#252;nden aufenthaltsrechtliche Ma&#223;nahmen nicht vollzogen werden.
Er&#160;wirkte pflichtwidrig an der Beschaffung eines Passes oder Passersatzes nicht mit, obwohl er der Passpflicht unterliegt. Ein solches
Dokument verpflichtet den ausstellenden Staat zur Wiederaufnahme der betreffenden Person. Er wirkte sogar auf die kamerunische Botschaft
massiv ein, damit ihm von dort kein Reisepass ausgestellt wurde. Eine fehlende Mitwirkung ist auch dann gegeben, wenn ausl&#228;ndische
Personen &#252;ber Jahre hinweg nur unzureichende Bem&#252;hungen zur Beschaffung von Heimreisedokumenten unternehmen. Objektive
Gr&#252;nde f&#252;r die Unm&#246;glichkeit des Vollzuges aufenthaltsbeendender Ma&#223;nahmen, etwa eine Reiseunf&#228;higkeit, lagen
nicht vor. &#167; 1a Abs. 3 AsylbLG entspricht den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (Urteil des Ersten Senats vom 18. Juli 2012 - 1
BvL 10/10 u. a. -, BVerfGE 132, 134) und ist verfassungsgem&#228;&#223;. Die Vorschrift kn&#252;pft allein an ein
rechtsmissbr&#228;uchliches, steuerbares Verhalten an, nicht dagegen an generell-abstrakte migrationspolitische Erw&#228;gungen, das
Leistungsniveau niedrig zu halten.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">Rechtsgrundlagen</span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium;"><strong><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">&#160;</span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">&#167; 1a
Absatz 2 AsylbLG</span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">Leistungsberechtigte
nach &#167; 1 Absatz 1 Nummer 5, f&#252;r die ein Ausreisetermin und eine Ausreisem&#246;glichkeit feststehen, haben ab dem auf den
Ausreisetermin folgenden Tag keinen Anspruch auf Leistungen nach den &#167;&#167; 2, 3 und 6, es sei denn, die Ausreise konnte aus
Gr&#252;nden, die sie nicht zu vertreten haben, nicht durchgef&#252;hrt werden. Ihnen werden bis zu ihrer Ausreise oder der
Durchf&#252;hrung ihrer Abschiebung nur noch Leistungen zur Deckung ihres Bedarfs an Ern&#228;hrung und Unterkunft einschlie&#223;lich
Heizung sowie K&#246;rper- und Gesundheitspflege gew&#228;hrt. Nur soweit im Einzelfall besondere Umst&#228;nde vorliegen, k&#246;nnen
ihnen auch andere Leistungen im Sinne von &#167; 3 Absatz 1 Satz 1 gew&#228;hrt werden. Die Leistungen sollen als Sachleistungen erbracht
werden.</span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">&#167; 1a
Absatz 3 AsylbLG</span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 9pt;">Absatz 2 gilt
entsprechend f&#252;r Leistungsberechtigte nach &#167; 1 Absatz 1 Nummer 4 und 5, bei denen aus von ihnen selbst zu vertretenden
Gr&#252;nden aufenthaltsbeendende Ma&#223;nahmen nicht vollzogen werden k&#246;nnen. F&#252;r sie endet der Anspruch auf Leistungen nach
den &#167;&#167; 2, 3 und 6 mit dem auf die Vollziehbarkeit einer Abschiebungsandrohung oder Vollziehbarkeit einer Abschiebungsanordnung
folgenden Tag. F&#252;r Leistungsberechtigte nach &#167; 1 Absatz 1 Nummer 6, soweit es sich um Familienangeh&#246;rige der in Satz 1
genannten Personen handelt, gilt Absatz 1 entsprechend.</span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="margin: 0px; font-size: 10pt;">Alexander Angermaier</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="margin: 0px; font-size: 10pt;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="margin: 0px; font-size: 10pt;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Fri Dec 14 00:00:00 CET 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kein Unfallversicherungsschutz wegen einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung bei einer Wanderung von Personen, die verschiedene Bezirksverwaltungen eines Unternehmens leiten.]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5395489/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br />Treffen sich verschiedene Ressortleitende eines Unternehmens zu einer Wanderung, bei der auch betriebliche Themen besprochen werden, besteht kein Versicherungsschutz nach dem Recht der gesetzlichen Unfallversicherung, wie das Landessozialgericht entschied.<br /><br /><justify>Urteil vom 15. November 2018, Aktenzeichen (Az.) L 6 U 441/18</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5395495">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Kl&#228;gerin war Ressortleiterin eines Unternehmens im Bereich der Telekommunikation, welches als Unternehmensstrategie das Thema
&#8222;Gipfelst&#252;rmer&#8220; aufgriff. Nach&#160;ihrem Arbeitsvertrag war sie als &#8222;Leiterin II&#8220; besch&#228;ftigt. Ihr
konnte auch eine andere, ihren F&#228;higkeiten und Kenntnissen entsprechende, mindestens gleichwertige T&#228;tigkeit &#252;bertragen
werden. Im &#220;brigen enthielt der Vertrag keine Angaben zu ihren Aufgabenfeldern oder t&#228;tigkeitsbezogenen arbeitsvertraglichen
Pflichten. Sie&#160;nahm an einem zweit&#228;gigen ausw&#228;rtigen Treffen mit anderen Ressortleitern teil, welches sie als
&#8222;Best-Practice-Austausch&#8220; bezeichnete und eine Wanderung auf einen&#160;Berg vorsah. Hierbei rutschte sie aus und verletzte
sich. Die beklagte Tr&#228;gerin der gesetzlichen Unfallversicherung lehnte die Anerkennung des Unfalls als Versicherungsfall ab. Das
Sozialgericht verurteilte diese demgegen&#252;ber, das&#160;Ereignis als Arbeitsunfall festzustellen. Das&#160;Outdoor-Meeting habe eine
berufliche Fortbildungsma&#223;nahme dargestellt. Die&#160;Beklagte wandte sich mit ihrer Berufung gegen ihre Verurteilung. Eine Wanderung
sei f&#252;r ein Meeting mit Feedback-Gespr&#228;chen ungeeignet. Dieses werde inhaltlich und organisatorisch vorbereitet, s&#228;mtliche
Teilnehmenden tauschten sich aus. Am Ende werde ein Ergebnis festgehalten. Dies sei auf einer Wanderung nicht m&#246;glich.
Eine&#160;blo&#223;e Unterhaltung &#252;ber betriebliche Umst&#228;nde begr&#252;nde keinen Versicherungsschutz.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Das
Landessozialgericht gab ihr Recht, hob die erstinstanzliche Entscheidung auf und wies die Klage ab. Die Kl&#228;gerin erf&#252;llte zum
Zeitpunkt des Unfallereignisses keine objektiv bestehende arbeitsvertragliche Pflicht. Eine Bergwanderung geh&#246;rte nicht zu dem
allgemeinen T&#228;tigkeitsbild einer Ressortleiterin mit Aufgaben im Bereich Personalf&#252;hrung und Telekommunikation. Die Arbeitgeberin
war nicht berechtigt, diese Verrichtung im Rahmen ihres Weisungsrechts verbindlich anzuordnen. Die beruflichen Gespr&#228;che w&#228;hrend
der Wanderung stellten keinen ausreichenden beruflichen Bezug her. Eine&#160;betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung lag nicht vor. Es
waren weder s&#228;mtliche Mitarbeitenden des Unternehmens noch diejenigen einer organisatorischen Einheit hierzu eingeladen worden.
Angesprochen wurden demgegen&#252;ber nur die jeweiligen Ressortleitenden verschiedener Bezirksverwaltungen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">In zwei
weiteren Entscheidungen vom 15. November 2018 verneinte das Landessozialgericht ebenfalls mangels einer betrieblichen
Gemeinschaftsveranstaltung den Versicherungsschutz nach dem Recht der gesetzlichen Unfallversicherung.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Az. L
6 U 2237/18</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der
Kl&#228;ger war Vertriebsleiter einer globalen Gesellschaft f&#252;r L&#246;sungen der Informationstechnik. Er nahm mit anderen Kolleginnen
und Kollegen seiner Abteilung an einem zweit&#228;gigen &#8222;Townhall-Meeting&#8220; teil. Der Ablaufplan sah f&#252;r den zweiten Tag
eine Zeit zur freien Verf&#252;gung mit unter anderem Skifahren vor. Hierbei st&#252;rzte er und verletzte sich. Die beklagte Tr&#228;gerin
der gesetzlichen Unfallversicherung lehnte die Anerkennung des Unfalls als Versicherungsfall ab. Das sozialgerichtliche Verfahren verlief
erfolglos. Der Kl&#228;ger begehrt mit seiner Berufung die Feststellung des Ereignisses als Arbeitsunfall weiter. Die Veranstaltung habe
insgesamt im Wege einer vorzunehmenden Gesamtschau im Interesse seiner Arbeitgeberin gelegen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Das Landessozialgericht wies die Berufung zur&#252;ck.</span> <span style="margin: 0px; color: black;">Die Teilnahme
an dieser Freizeitveranstaltung ist nicht versichert, selbst wenn diese vom Unternehmen organisiert und finanziert worden w&#228;re, was
nicht einmal der Fall war.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Az. L 6 U 260/18</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der
Kl&#228;ger war als Lagerist bei einem Unternehmen der Logistikdienstleistung besch&#228;ftigt. Allj&#228;hrlich fand ein
Fu&#223;ballturnier statt, an dem die Mitarbeitenden s&#228;mtlicher Niederlassungen teilnehmen konnten, von denen eine jeweils die
Organisation &#252;bernahm. Bei einem Fu&#223;ballspiel verletzte sich der Kl&#228;ger, welcher nach erfolglosem Verwaltungsverfahren und
Rechtsstreit beim Sozialgericht mit der Berufung die Feststellung des Ereignisses als Versicherungsfall weiterverfolgt. Der Charakter als
Event- und Werbeveranstaltung und damit der betriebliche Bezug zeige sich dadurch, dass die Arbeitgeberin ein Marketingteam eingesetzt habe
und eine Berichterstattung &#252;ber die Turniere im Internet pflege. Es habe zudem ein Begleitprogramm gegeben, welches sich an Personen
gerichtet habe, die kein Interesse am Fu&#223;ballspielen gezeigt h&#228;tten.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Das
Landessozialgericht wies die Berufung zur&#252;ck. Als Veranstalterin des Turniers war weder die Leitung des Unternehmens noch einer
sonstigen organisatorischen Einheit aufgetreten. Es&#160;stand zudem nach seiner Ausgestaltung nicht in ausreichendem Ma&#223;e allen
Mitarbeitenden der Arbeitgeberin offen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Rechtsgrundlagen</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 8 Abs. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Arbeitsunf&#228;lle sind Unf&#228;lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz
nach &#167;&#167; 2, 3 oder 6 begr&#252;ndenden T&#228;tigkeit (versicherte T&#228;tigkeit). Unf&#228;lle sind zeitlich begrenzte, von
au&#223;en auf den K&#246;rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod f&#252;hren.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Kraft Gesetzes sind versichert Besch&#228;ftigte.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Alexander Angermaier</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Fri Nov 16 00:00:00 CET 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kumulative Berücksichtigung von deutschen, französischen und serbischen Versicherungszeiten bei der Altersrente für Menschen mit Schwerbehinderung]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5336553/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Neben einer ausländischen Versicherungszeit ist eine weitere, die nach einem bilateralen Sozialversicherungsabkommen anrechnungsfähig ist, für den Anspruch auf Altersrente für Menschen mit Schwerbehinderung heranzuziehen, wenn das Abkommen keine Abwehrklausel enthält, wie das Landessozialgericht entschied.</justify><br /><br /><justify>Urteil vom 23. Oktober 2018, Aktenzeichen L 11 R 1005/17</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5336559">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die 1940 noch
im K&#246;nigreich Jugoslawien geborene Kl&#228;gerin ist seit 1978 deutsche Staatsangeh&#246;rige. Sie war im serbischen Teil der
fr&#252;heren Sozialistischen F&#246;derativen Republik Jugoslawien sowie in Frankreich und Deutschland rentenversicherungspflichtig
besch&#228;ftigt, ohne dass sich die Versicherungszeiten &#252;berschnitten. Ab Ende M&#228;rz 1998 wurde sie als Mensch mit
Schwerbehinderung anerkannt. Im Oktober 1999 beantragte sie bei der f&#252;r sie zust&#228;ndigen Tr&#228;gerin der gesetzlichen
Rentenversicherung neben der Gew&#228;hrung einer Altersrente f&#252;r Menschen mit Schwerbehinderung auch eine f&#252;r Frauen, welche ihr
mit Bescheid vom 30. M&#228;rz 2000 ab dem Folgemonat und unter Ber&#252;cksichtigung ausschlie&#223;lich deutscher Versicherungszeiten
bewilligt wurde. Mit&#160;Bescheid vom 2. Juli 2009 wurde die Altersrente f&#252;r Frauen unter weiterer Ber&#252;cksichtigung einer in
Frankreich zur&#252;ckgelegten Pflichtbeitragszeit r&#252;ckwirkend ab Januar 2004 neu festgestellt.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">In einem
landessozialgerichtlichen Verfahren, das sich aus einem Streit &#252;ber die Rechtm&#228;&#223;igkeit einer 2011 erfolgten Bescheidung
&#252;ber eine Rentenanpassung entwickelte, schlossen die&#160;Kl&#228;gerin und die beklagte Tr&#228;gerin der gesetzlichen
Rentenversicherung einen Vergleich, in dem sich die Beklagte verpflichtete, im Rahmen eines&#160;Zugunstenverfahrens den Bescheid vom 30.
M&#228;rz 2000 in der jeweiligen Fassung der nachfolgenden Verwaltungsentscheidungen unter der Annahme einer Antragstellung im Juni 2011 zu
&#252;berpr&#252;fen. Die Beklagte lehnte den Antrag mit der Begr&#252;ndung ab, eine Altersrente f&#252;r Menschen mit Schwerbehinderung
setze unter anderem voraus, dass die Wartezeit von 35 Jahren erf&#252;llt sei. Diese ergebe sich im Falle der Kl&#228;gerin weder aus den
deutschen und franz&#246;sischen Versicherungszeiten noch aus den deutschen und serbischen. Sozialversicherungsabkommen regelten immer nur
die Beziehung zwischen zwei Staaten. Eine Verkn&#252;pfung von oder mit mehreren Abkommen versto&#223;e gegen das Verbot der multilateralen
Vertragsanwendung. Das sozialgerichtliche Verfahren verlief f&#252;r die Kl&#228;gerin erfolglos.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Das Landessozialgericht gab ihr demgegen&#252;ber in Bezug auf den Leistungsanspruch dem Grunde nach Recht. Die
Ber&#252;cksichtigung der franz&#246;sischen Versicherungszeit bestimmt sich noch nach der Verordnung (EWG) Nr.&#160;1408/71 des Rates vom
14. Juni 1971</span> <span style="margin: 0px;">zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
sowie deren Familien, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern. Der Anrechnung der im serbischen Teil der fr&#252;heren
Sozialistischen F&#246;derativen Republik Jugoslawien zur&#252;ckgelegten Versicherungszeit, die sich aus dem Abkommen vom 12. Oktober 1968
zwischen Deutschland und dieser ergibt, welches im Verh&#228;ltnis zu Serbien weiterhin Anwendung findet, steht der Ausschluss der
multilateralen Zusammenrechnung von Versicherungszeiten (Kumulierungsverbot) nicht entgegen. Die&#160;nicht erw&#252;nschte Belastung eines
Drittstaates durch ein weiteres Sozialversicherungsabkommen tritt nicht ein, wenn nur die deutsche Sozialleistungstr&#228;gerin die
Versicherungszeiten kumulativ ber&#252;cksichtigen muss. Eine Regelung, die ihr bei der Anwendung des Sozialversicherungsabkommens die
gleichzeitige Heranziehung eines anderen bilateralen Abkommens beziehungsweise einer anderen ausl&#228;ndischen Versicherungszeit verbietet
(Abwehrklausel), enth&#228;lt das Abkommen vom 12. Oktober&#160;1968 nicht.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Rechtsgrundlagen</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 236a Absatz 4 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Versicherte, die vor dem 17. November 1950 geboren sind und am 16. November 2000
schwerbehindert (&#167; 2 Abs. 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch - SGB IX), berufsunf&#228;hig oder erwerbsunf&#228;hig nach dem am 31.
Dezember 2000 geltenden Recht waren, haben Anspruch auf Altersrente f&#252;r Menschen mit Schwerbehinderung, wenn sie das 60. Lebensjahr
vollendet haben (Nr. 1), bei Beginn der Altersrente (Nr. 2) als schwerbehinderte Menschen (&#167; 2 Abs. 2 SGB&#160;IX) anerkannt (Buchst.
a) oder berufsunf&#228;hig oder erwerbsunf&#228;hig nach dem am 31. Dezember 2000 geltenden Recht sind (Buchst. b) und die Wartezeit von 35
Jahren erf&#252;llt haben (Nr. 3).</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 51 Absatz 3 SGB VI</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Auf die Wartezeit von 35 Jahren werden alle Kalendermonate mit rentenrechtlichen Zeiten
angerechnet.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Alexander Angermaier</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Oct 23 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Arbeitsunfall eines Bestatters beim Anheben eines Leichnams]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5240880/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Ein Bestatter, der beim Anheben eines Leichnams ein Verhebetrauma erleidet, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung und kann die Feststellung eines Arbeitsunfalls verlangen, hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg vor wenigen Tagen entschieden.</justify><br /><justify> </justify><br /><justify>Urteil vom 19.07.2018, Aktenzeichen L 6 U 1695/18</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5240886">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Der zum Unfallzeitpunkt 39j&#228;hrige Versicherte
arbeitet seit 2002 als Friedhofsmitarbeiter (Bestattungshelfer). Er ist u.a. f&#252;r die Abholung von Verstorbenen zust&#228;ndig. Im
August 2016 wollte er mit einem Kollegen den Leichnam einer verstorbenen Frau abholen. Die Tote sollte vom Bett auf die am Boden stehende
Trage gehoben werden. Hierzu begab sich der Kl&#228;ger an das Kopfende neben das Bett, w&#228;hrend sein Kollege die F&#252;&#223;e nehmen
sollte, sich deswegen ans Fu&#223;ende des Bettes stellte, wobei sich beide etwas seitlich verrenken mussten. Beim Anheben der Leiche
versp&#252;rte der Kl&#228;ger ein &#8222;Knacken&#8220; im rechten Oberarm und einen brennenden Schmerz direkt oberhalb des Ellenbogens,
ein Wulst war sichtbar. Ein nochmaliges Anheben der Leiche war ihm nicht m&#246;glich.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Im Krankenhaus wurde ein deutlicher Kraftverlust
im Bereich der Bizepsmuskulatur, Druckschmerz und ein Muskelbauch am rechten distalen Oberarm festgestellt. Ein zun&#228;chst
diagnostizierter Bizepssehnenabriss hat sich sp&#228;ter nicht best&#228;tigt. Der Versicherte war 4 Wochen arbeitsunf&#228;hig.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Der beklagte Unfallversicherungstr&#228;ger lehnte
mangels &#228;u&#223;erer Krafteinwirkung und unklarem Gesundheitserstschaden die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Durch die Willens-
und Kraftanstrengung bei dem Vorfall habe ein inneres und vom Kl&#228;ger gesteuertes Geschehen vorgelegen. Au&#223;erdem st&#252;nden
Vorg&#228;nge, die &#8222;&#252;blich und selbstverst&#228;ndlich&#8220; seien, nicht unter dem Schutz der Unfallversicherung.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Der Versicherte hat den Vorfall wie folgt
geschildert: Beim Anheben des Leichnams habe er arbeitsbedingt eine Zwangshaltung eingenommen, denn er habe seitlich neben einem niedrigen
Bett stehend vorn&#252;bergebeugt eine 80 kg schwere, ca. 161 bis 171 m lange und ca. 70 cm breite Last am oberen Ende so anheben
m&#252;ssen, dass er dabei den rechten Arm vom K&#246;rper weiter weg h&#228;tte strecken m&#252;ssen als den linken Arm, um dabei die Last
so anzuheben, dass diese nicht umkippe. Er habe sich w&#228;hrend der Verrichtung seiner Arbeitst&#228;tigkeit verletzt. Das Sozialgericht
Reutlingen hat dem Kl&#228;ger Recht gegeben und einen Arbeitsunfall festgestellt.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Auch die Richterinnen und Richter des
Landessozialgerichts haben dem Kl&#228;ger Recht gegeben. Die Berufung der Unfallversicherung ist erfolglos geblieben.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Das Verhebetrauma, das der Bestatter w&#228;hrend
der beruflichen T&#228;tigkeit &#8211; Anheben der Leiche - erlitten hat, erf&#252;llt die gesetzliche Anforderung an Arbeitsunf&#228;lle
&#8222;von au&#223;en auf den K&#246;rper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden f&#252;hrt&#8220;. Die dabei
stattgefundene (mechanische) Krafteinwirkung rechnet zu den &#228;u&#223;eren Ursachen. Die von der Unfallversicherung angenommene
&#8222;innere Ursache&#8220; - dies w&#228;ren z.B. Kreislaufkollaps oder Herzinfarkt - hat nicht vorgelegen.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Ein Versicherter, der auf ausdr&#252;ckliche oder
stillschweigende Anordnung seines Arbeitgebers zur Aus&#252;bung seiner versicherten T&#228;tigkeit eine derartige Kraftanstrengung
unternimmt und dabei einen Gesundheitsschaden erleidet, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Gesch&#252;tzt sind
nach dem Gesetzeszweck alle Verrichtungen, die in einem sachlichen, inneren Zusammenhang mit der versicherten T&#228;tigkeit stehen. Eine
Differenzierung in nicht versicherte &#8222;&#252;bliche&#8220; und versicherte &#8222;un&#252;bliche&#8220; T&#228;tigkeiten gibt es
nicht.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Dass sich die urspr&#252;ngliche Diagnose eines
Bizepssehnenabrisses nicht best&#228;tigt hat, ist f&#252;r die Feststellung eines bestimmten Ereignisses als Arbeitsunfall irrelevant. Der
insbesondere sogleich festgestellte Muskelbauch am rechten distalen Oberarm reicht f&#252;r den erforderlichen Gesundheitserstschaden
allemal aus. Die zeitlich begrenzte, &#228;u&#223;ere Krafteinwirkung bei dem Anhebeversuch (Unfallereignis) war auch die wesentliche
Ursache f&#252;r diesen Gesundheitserstschaden.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Gesetzliche Unfallversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 8 Absatz 1 SGB VII:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Arbeitsunf&#228;lle sind Unf&#228;lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz
nach &#167; 2, 3 oder 6 begr&#252;ndenden T&#228;tigkeit (versicherte T&#228;tigkeit). Unf&#228;lle sind zeitlich begrenzte, von au&#223;en
auf den K&#246;rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod f&#252;hren.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jul 24 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kein versicherter Wegeunfall trotz gewöhnlicher Wegstrecke zur Arbeit]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5240864/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>In der gesetzlichen Unfallversicherung ist auch das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges zum Arbeitsplatz versichert (sog. „Wegeunfall“). Trotzdem ist nicht automatisch jeder Unfall auf dem Arbeitsweg ein Wegeunfall. Wenn der Versicherte mehrere Stunden früher als gewöhnlich von zu Hause losfährt, um noch private Besorgungen zu erledigen, fehlt es am erforderlichen Zusammenhang mit der versicherten beruflichen Tätigkeit, auch wenn sich der Unfall auf der gewöhnlichen Strecke ereignet. Mit dieser Begründung haben die Richter des Landessozialgerichts die Klage eines Versicherten auf Anerkennung eines Arbeitsunfalls abgewiesen.</justify><br /><justify> </justify><br /><justify>Urteil vom 29.06.2018, Aktenzeichen L 8 U 4324/16</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5240870">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Der zum Unfallzeitpunkt 50j&#228;hrige Kl&#228;ger
hatte am Unfalltag um 13.30 Uhr Arbeitsbeginn, fuhr mit dem Motorroller aber schon um halb 10 Uhr los, weil er auf dem Weg zur Arbeit noch
zu einem Waschsalon auf dem Weg wollte, um Kleidung zu waschen. Die &#252;bliche Fahrtzeit zur Arbeit betr&#228;gt ca. 25-30 Minuten. Auf
der Wegstrecke seines gew&#246;hnlichen Arbeitswegs, noch vor Erreichen der W&#228;scherei, erlitt er bei einem Verkehrsunfall ein
Sch&#228;del-Hirn-Trauma und mehrere Knochenbr&#252;che und musste mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt werden.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Die beklagte Unfallversicherung lehnte die
Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab, da der Versicherte nur wegen des geplanten Zwischenstopps am Waschsalon so fr&#252;h losgefahren sei.
Der Versicherte machte geltend, er habe u.a. Dienstkleidung reinigen wollen und er sei davon ausgegangen, dass Dienstkleidungspflicht
bestehe. Auf einem Kleidungsst&#252;ck sei ein Logo seines Arbeitsgebers gewesen.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Das Sozialgericht Freiburg befragte den
Arbeitgeber. Dieser teilte mit, es bestehe f&#252;r den Versicherten seit Jahren keine Dienstkleidungspflicht. Das Sozialgericht wies die
Klage daraufhin ab.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Auch die Stuttgarter Richterinnen und Richter
haben der Unfallversicherung Recht gegeben und die Berufung des Versicherten zur&#252;ckgewiesen. Entscheidend ist, dass das
Zur&#252;cklegen des Weges zum Waschsalon &#8211; auch wenn es die normale Strecke zur Arbeit war &#8211; nicht in Zusammenhang mit der
Arbeit stand, sondern das fr&#252;he Losfahren von zu Hause rein private Gr&#252;nde hatte, da der Kl&#228;ger in diesem Moment nicht zum
Arbeiten, sondern zum W&#228;schewaschen fahren wollte. Ohne die Absicht, an diesem Tag zum Waschsalon zu gehen, w&#228;re er nicht
fr&#252;her zur Arbeit losgefahren. Dienstkleidung hatte der Versicherte nicht zu tragen, ein etwaiger Irrtum hier&#252;ber ist weder
glaubhaft noch relevant, da er ohne weiteres vermeidbar gewesen w&#228;re.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch (SGB) Siebtes Buch</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Gesetzliche Unfallversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 8 Absatz 1 und Absatz 2 Nr 1 SGB VII:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(1) Arbeitsunf&#228;lle sind Unf&#228;lle von Versicherten infolge einer den
Versicherungsschutz nach &#167; 2, 3 oder 6 begr&#252;ndenden T&#228;tigkeit (versicherte T&#228;tigkeit). Unf&#228;lle sind zeitlich
begrenzte, von au&#223;en auf den K&#246;rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod
f&#252;hren.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(2) Nr. 1: Versicherte T&#228;tigkeiten sind auch das Zur&#252;cklegen des mit der
versicherten T&#228;tigkeit zusammenh&#228;ngenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der T&#228;tigkeit.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jul 24 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Stationäre Rehabilitation auch bei Demenzerkrankten möglich]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5240852/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Auch bei fortgeschrittener Demenz ist das Bestehen von Rehabilitationsfähigkeit und einer positiven Prognose für eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme nicht ausgeschlossen. Abzustellen ist auf die konkret-individuellen Rehabilitationsziele (hier: Verlangsamung des Krankheitsprogresses, körperliche und geistige Aktivierung). Mit dieser Begründung haben die Richterinnen und Richter des Landessozialgerichts Stuttgart eine Krankenkasse verurteilt, einer 78jährigen, an Alzheimer erkrankten Versicherten, die Kosten in Höhe von rund 5.600 € für eine vierwöchige Reha-Maßnahme in einem Alzheimer-Therapiezentrum in Begleitung des Ehemannes zu erstatten.</justify><br /><br /><justify>Urteil vom 17. 07.2018, Aktenzeichen L 11 KR 1154/18</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5240858">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Versicherte leidet seit 2013 an Alzheimer. Ihre behandelnden Fach&#228;rzte f&#252;r Neurologie bef&#252;rworteten und beantragten 2016
eine station&#228;re Reha-Ma&#223;nahme in einem speziell auf Alzheimer-Patienten ausgerichteten Therapiezentrum. Die &#196;rzte
f&#252;hrten aus, es liege derzeit eine leichte bis mittelschwere Demenz vom Alzheimer-Typ vor. Mit der station&#228;ren Behandlung
k&#246;nne der Krankheitsverlauf voraussichtlich g&#252;nstig beeinflusst werden. Als Rehabilitationsziele wurden genannt: k&#246;rperliche
und geistige Aktivierung, Hilfe zur teilweisen Selbsthilfe. Die Rehabilitationsf&#228;higkeit wurde in allen Punkten bejaht (ausreichende
physische und psychische Belastbarkeit; erforderliche Mobilit&#228;t, ausreichende Motivation, Motivierbarkeit). Der von der Krankenkasse
eingeschaltete Medizinische Dienst der Krankenversicherung Baden-W&#252;rttemberg (MDK) notierte jedoch lediglich stichwortartig, es
bestehe keine Reha-F&#228;higkeit und keine positive Reha-Prognose, ohne auf das Krankheitsbild der Versicherten und die von den
&#196;rzten genannten Ziele einzugehen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Krankenkasse lehnte die Gew&#228;hrung der Reha-Ma&#223;nahme ab. Widerspruch und Klage vor dem Sozialgericht Mannheim sind erfolglos
geblieben. Die Versicherte hat sich darauf die Reha-Ma&#223;nahme selbst beschafft und in Begleitung ihres Ehemannes einen
vierw&#246;chigen Aufenthalt im Alzheimer-Therapiezentrum durchgef&#252;hrt. Abz&#252;glich des Selbstbehalts sind dabei Kosten in
H&#246;he von rund 5.600&#160;&#8364; entstanden, die die Versicherte nunmehr im Berufungsverfahren vor dem Landessozialgericht von der
Krankenkasse verlangt hat. Sie hat die Auffassung vertreten, die Ablehnung sei spekulativ und nicht ausreichend
begr&#252;ndet.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Berufung
der Kl&#228;gerin ist in allen Punkten erfolgreich gewesen. Das Landessozialgericht hat die Krankenkasse zur &#220;bernahme der Kosten
verurteilt. Die Ablehnungsentscheidung der Krankenkasse ist rechtswidrig gewesen, weil sie die individuellen Verh&#228;ltnisse, Art und
Schwere der Erkrankung und die f&#252;r die Versicherte m&#246;glichen und wichtigen Behandlungsziele nicht ausreichend gepr&#252;ft und
gew&#252;rdigt hat, sondern sich nur auf die unzureichende, spekulativ anmutende, ablehnende Stellungnahme des MDK gest&#252;tzt
hat.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der Anspruch
auf Rehabilitation setzt Behandlungsbed&#252;rftigkeit, Rehabilitationsf&#228;higkeit und eine positive Rehabilitationsprognose voraus.
Alle drei Voraussetzungen haben vorgelegen, wie sich nicht nur aus den Stellungnahmen der behandelnden &#196;rzte ergibt, sondern auch aus
dem Entlassungsbericht der Reha-Einrichtung ergibt. Die Versicherte hat sich an allen Therapieangeboten beteiligen k&#246;nnen, sie ist im
Kontakt mit anderen Familien kommunikativer und vertrauter geworden. Bereits nach kurzer Zeit ist sie erfolgreich in das Therapieprogramm
integriert worden. Sie hat in den Bereichen Motorik und Ausdauer Fortschritte gemacht und konnte zuletzt wieder &#252;ber 3000 Meter mit
Rollator gehen. Die nonverbalen Therapieeinheiten (Bewegungstherapie, z.B. Ballspiele, Bewegung nach Musik), musikorientierte Gruppen (z.B.
Singen) sowie alltagsorientierte Therapie (tiergest&#252;tzte Therapie, Spiele) haben einen antriebs- und stimmungssteigernden Effekt
erzielt. Sogar die kommunikativen F&#228;higkeiten sind gest&#228;rkt worden, was vor allem im Rahmen der Erinnerungstherapie deutlich
geworden ist. Wegen der umfangreichen Behandlungen war eine station&#228;re Behandlung erforderlich, ambulante Ma&#223;nahmen h&#228;tten
nicht ausgereicht. Auch die Begleitung des Ehemannes ist notwendig gewesen. Die Krankenkasse muss der Versicherten daher &#8211;
abz&#252;glich des Selbstbehalts &#8211; die Restkosten in H&#246;he von rund 5.600&#160;&#8364; erstatten.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch (SGB) F&#252;nftes Buch</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Gesetzliche Krankenversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 11 Absatz 2 Satz 1 SGB V</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Versicherte haben auch Anspruch auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sowie auf
unterhaltssichernde und andere erg&#228;nzende Leistungen, die notwendig sind, um eine Behinderung oder Pflegebed&#252;rftigkeit
abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, auszugleichen, ihre Verschlimmerung zu verh&#252;ten oder ihre Folgen zu mildern.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jul 24 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Jahrespressekonferenz des Landessozialgerichts 2018]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5237043/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><color value="default"><b>„Zwischen neuer Arbeitswelt und Vielklägern“</b></color><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5237049">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der Wandel der Arbeitswelt hat deutliche Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme.
Der Schutzbereich und die Reichweite der gesetzlichen Unfallversicherung &#8211; Beispiel Arbeitsunfall im Home-Office &#8211; sind in den
letzten Jahren von der Rechtsprechung neu justiert worden. &#8222;<em>Eine b&#252;rgernahe und leistungsstarke Justiz muss immer wieder von
neuem bereit sein, Antworten auf die ernsthaften und ernstzunehmenden Fragen und Anliegen der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger zu
geben</em>&#8220;, beschrieb der Pr&#228;sident des Landessozialgerichts Baden-W&#252;rttemberg, Bernd Mutschler, die kommenden Aufgaben
der Sozialgerichtsbarkeit. Es ist allerdings auch zu konstatieren, dass eine sehr geringe Anzahl an Personen, die z.T. bei Beh&#246;rden
und Gerichten in der ganzen Republik bekannt sind, mit einer F&#252;lle oft substanzloser Verfahren wichtige Ressourcen binden und das
kostenfreie und b&#252;rgernahe Verfahrensrecht regelrecht missbrauchen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Gesamteing&#228;nge im Jahr 2017 in der Sozialgerichtsbarkeit Baden-W&#252;rttemberg
sind im Vergleich zum Vorjahr auf anhaltend hohem Niveau geblieben. An den acht erstinstanzlichen Gerichten gingen 31.111 Klagen ein (2016:
32.127), beim Landessozialgericht war sogar erstmals seit 2013 wieder ein Anstieg der Hauptsacheverfahren zu verzeichnen (3.447 Berufungen;
2016: 3.365). Hinzu kamen in der ersten Instanz 2.803 Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes (2016: 2.839), am Landessozialgericht
gingen 502 Eilverfahren ein (2016: 556). Es ist in beiden Instanzen gelungen, die hohen Best&#228;nde weiter abzubauen. Der
Gerichtspr&#228;sident stellte den gro&#223;en Arbeitseinsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gerichtsbarkeit heraus und
bedankte sich f&#252;r deren Engagement. Die durchschnittliche Verfahrenslaufzeit bei den Berufungen konnte nochmals auf jetzt 11,0 Monate
(Vorjahr: 12,0 Monate) gesenkt werden. Damit belegt das Landessozialgericht Stuttgart bundesweit den Spitzenplatz.</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">An den acht Sozialgerichten in Baden-W&#252;rttemberg sind derzeit rund 120 Richterinnen und
Richter t&#228;tig; am Landessozialgericht stehen 50 Richterplanstellen zur Verf&#252;gung. Hinzu kommen in beiden Instanzen mehr als 1.600
ehrenamtliche Richterinnen und Richter, ein eindrucksvoller Beleg f&#252;r die gro&#223;e Bedeutung des Ehrenamts in der
Sozialgerichtsbarkeit.</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px -9px 0px -19px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jul 24 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Rückwirkende Versorgungsleistungen für polnische Kriegsopfer deutscher Volkszugehörigkeit]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5221576/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br />In mehreren Entscheidungen hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg das beklagte Land Baden-Württemberg (Versorgungsverwaltung) verurteilt, Leistungen der Kriegsopferversorgung an Berechtigte mit Wohnsitz in Polen rückwirkend für die Zeit seit dem EU-Beitritt Polens im Mai 2004 nachzuzahlen.<br /><br /><justify>Urteile vom 21.06.2018, Aktenzeichen L 6 VK 4407/17, L 6 VK 4011/17 u.a.</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5221582">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die acht
Kriegsopfer sind zwischen 1930 und 1936 in Polen geboren. Zwei von ihnen sind w&#228;hrend des Verfahrens vor dem Landessozialgericht
verstorben. Alle stammen aus dem sog. &#8222;Polnischen Korridor&#8220;, der bis 1920 zum Deutschen Reich geh&#246;rte (Provinz
Westpreu&#223;en), bis das Gebiet nach dem Versailler Vertrag polnisch wurde und deutsche Staatsangeh&#246;rige kraft Gesetzes polnische
Staatsangeh&#246;rige wurden. Alle Eltern der acht Gesch&#228;digten hatten daher bis 1920 die deutsche Staatsangeh&#246;rigkeit. Sechs der
acht Kl&#228;gerinnen und Kl&#228;ger wurden nach dem &#220;berfall Hitlerdeutschlands auf Polen 1939 und der anschlie&#223;enden Besetzung
und Annektierung der Gebiete, in denen sie lebten, in sog. &#8222;deutsche Volkslisten&#8220; eingetragen und erlangten wieder die deutsche
Staatsangeh&#246;rigkeit. Die zwei polnischst&#228;mmigen Kriegsopfer wurden auf Grund einer Ausnahmezustimmung des Bundesministeriums
f&#252;r Arbeit und Soziales anerkannt.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Alle
Gesch&#228;digten sind in den letzten Kriegstagen und zum Teil sogar nach Kriegsende schwer verwundet worden: durch Fliegerangriffe,
Panzerbeschuss, Gewehrsalven und zum Teil durch zur&#252;ckgelassene (Land-)Minen. Einige von ihnen haben Gliedma&#223;en verloren, bei
anderen sind Beine oder Arme versteift. Alle haben seit den 1970er und 1980er Jahren aus Deutschland Leistungen der Kriegsopferversorgung
bezogen.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Versorgung
f&#252;r Kriegsopfer in Osteuropa war allerdings lange Zeit erheblich eingeschr&#228;nkt. Erst im Dezember 2008 hat der Gerichtshof der
Europ&#228;ischen Union entschieden, dass diese Einschr&#228;nkung gegen Europarecht verst&#246;&#223;t. Den Opfern steht seit dem
EU-Beitritt ihrer L&#228;nder, hier also seit Mai 2004, eine volle Versorgung zu. Zu dieser geh&#246;ren auch einkommensabh&#228;ngige
Leistungen wie die Ausgleichsrente. Diese Leistungen m&#252;ssen allerdings gesondert beantragt werden.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Das
Bundesministerium f&#252;r Arbeit und Soziales forderte die L&#228;nder im Juni 2009 schriftlich auf, die Betroffenen zu informieren und
die Antragstellung in die Wege zu leiten. Das in Baden-W&#252;rttemberg zust&#228;ndige Versorgungsamt hat dann ab November 2009 die schon
bewilligten Leistungen mit R&#252;ckwirkung seit Mai 2004 angepasst, aber dabei f&#252;r die neuen m&#246;glichen Leistungen nur den
Hinweis &#8222;entsprechende einkommensabh&#228;ngige Leistungen sind zu beantragen&#8220; beigef&#252;gt.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die acht
Kl&#228;gerinnen und Kl&#228;ger haben erst Jahre sp&#228;ter von einem Rechtsanwalt erfahren, dass ihnen seit Mai 2004 weitere Leistungen
zustehen, darunter eine Ausgleichsrente. Baden-W&#252;rttemberg hat dann auf ihre Antr&#228;ge hin diese Leistungen zwar bewilligt, aber
nur f&#252;r die Zukunft ab Antragstellung. Eine Nachzahlung f&#252;r die Zeit seit Mai 2004 hat das Land abgelehnt.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Mit ihren
Klagen haben die Kl&#228;gerinnen und Kl&#228;ger zum Teil schon beim Sozialgericht Stuttgart Erfolg gehabt, wobei dort zwei verschiedene
Kammern unterschiedlich entschieden haben.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Richterinnen und Richter des Landessozialgerichts haben jetzt mit den Urteilen vom 21. Juni 2018 klargestellt, dass Nachzahlungen
r&#252;ckwirkend seit Mai 2004 zu gew&#228;hren sind. Das Versorgungsamt h&#228;tte die Hinweise 2009 in einer f&#252;r Laien
verst&#228;ndlichen Form erteilen m&#252;ssen, was gerade auch in solchen rechtlich komplexen F&#228;llen und im grenz&#252;berschreitenden
europ&#228;ischen Verwaltungsverkehr gilt. Der Hinweis des Versorgungsamts auf die einkommensabh&#228;ngigen Leistungen war zu unbestimmt,
stand nicht in dem jeweiligen Abschnitt &#8222;Hinweise&#8220;, sondern versteckt bei den Zahlungsmodalit&#228;ten und war auch nicht
drucktechnisch hervorgehoben. Die Verwaltung h&#228;tte die Gesch&#228;digten auch ausdr&#252;cklich darauf hinweisen m&#252;ssen, dass bei
einer verz&#246;gerten Antragstellung Anspr&#252;che verloren gehen k&#246;nnten. Eventuell h&#228;tte sogar ein Antragsformular mit der
Bitte um Ausf&#252;llung und R&#252;ckgabe mitgeschickt werden m&#252;ssen, wie es in einem Fall auch geschehen war. Die weiteren
Einwendungen des Landes hat das Landessozialgericht zur&#252;ckgewiesen. Insbesondere hat das Land die Einrede der Verj&#228;hrung, mit der
die Nachzahlungen auf vier Jahre h&#228;tten beschr&#228;nkt werden k&#246;nnen, zum Teil gar nicht und zum Teil versp&#228;tet und ohne
ausreichende Abw&#228;gung erhoben.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Bundesversorgungsgesetz (BVG)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 64 Absatz 1 Satz 1 BVG in der bis Juli 2011 g&#252;ltigen Fassung:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Deutsche und deutsche Volkszugeh&#246;rige, die ihren Wohnsitz oder gew&#246;hnlichen
Aufenthalt in Staaten haben, mit denen die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen unterh&#228;lt, erhalten Versorgung wie
Berechtigte im Geltungsbereich dieses Gesetzes, soweit die &#167;&#167; 64a bis 64f nichts Abweichendes bestimmen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 64e Absatz 1 und Absatz 5 Satz 1 BVG, aufgehoben ab 01.07.2011:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(1) Kriegsopfer, die ihren Wohnsitz oder gew&#246;hnlichen Aufenthalt in einem durch
Rechtsverordnung nach Absatz 5 bestimmten Staat haben, erhalten eine <span style="text-decoration: underline;">Teilversorgung</span> nach
den Abs&#228;tzen 2 bis 4. <span style="text-decoration: underline;">Im &#252;brigen ruht der Anspruch auf
Versorgung</span>.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(5) Die Bundesregierung wird erm&#228;chtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates die Staaten zu bestimmen, in die aus besonderen Gr&#252;nden, insbesondere wegen der im Vergleich zur Bundesrepublik
Deutschland geringeren Durchschnittsh&#246;he entsprechender Sozialleistungen sowie wegen der Lage und Entwicklung nach dem Zweiten
Weltkrieg, eine Teilversorgung nach Absatz 1 geleistet wird</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jul 10 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Krankenkassen müssen technisch aufwändiges Fußheber-System Ness L 300 bezahlen]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5208276/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<justify>Zwei an fortgeschrittener Multipler Sklerose leidende Versicherte haben Anspruch darauf, von ihren jeweiligen Krankenkassen mit einem modernen, technisch aufwändigen Fußheber-System Ness L 300 versorgt zu werden. Weder stehen dem Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkte entgegen, noch, dass der Gemeinsame Bundesausschuss keine positive Empfehlung abgegeben hat, befanden die Richterinnen und Richter des Landessozialgerichts in Stuttgart in zwei vor wenigen Tagen getroffenen Entscheidungen.</justify><justify> </justify><justify> </justify><justify> </justify><justify>Urteil vom 15.06.2018, Az. L 4 KR 531/17</justify><justify>Urteil vom 19.06.2018, Az. L 11 KR 1996/17</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5208282">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die beiden
1972 und 1978 geborenen Frauen sind vor ca. 15 Jahren an Multipler Sklerose erkrankt, die stetig fortschreitet. Die Gehf&#228;higkeit ist
jeweils stark beeintr&#228;chtigt. Sie beantragten 2014 bzw. 2015 bei ihren jeweiligen Krankenkassen, gest&#252;tzt auf &#228;rztliche
Verordnungen, die Versorgung mit dem Fu&#223;heber-System Ness L 300 als Hilfsmittel (Kostenpunkt ca. 5.500&#160;&#8364; + verschiedene
Zusatzkosten, wie Einweisung, Anpassung, Software-Update). Das System sendet drahtlos kleine elektrische Impulse an den Wadenbeinnerv und
stimuliert dadurch die Fu&#223;heber. Es erfasst in Echtzeit die Gehposition, die verschiedenen Gehgeschwindigkeiten sowie &#196;nderungen
in der Untergrundbeschaffenheit.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Krankenkassen lehnten die Antr&#228;ge ab und begr&#252;ndeten dies damit, dass herk&#246;mmliche kosteng&#252;nstigere und f&#252;r die
Versorgung ausreichende Fu&#223;hebeorthesen oder Peron&#228;usschienen zur Verf&#252;gung st&#252;nden. Au&#223;erdem habe der Gemeinsame
Bundesausschuss (G-BA) keine positive Empfehlung f&#252;r diese Art der Krankenbehandlung abgegeben.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Bereits die
Sozialgerichte in Freiburg und Stuttgart haben in erster Instanz den Kl&#228;gerinnen Recht gegeben und die Krankenkassen verurteilt, das
neue Fu&#223;heber-System ihren Versicherten zur Verf&#252;gung zu stellen. Die Krankenkassen haben in der Berufung auf die aus ihrer Sicht
grunds&#228;tzliche Bedeutung der Rechtssachen hingewiesen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Berufungen
sind jeweils erfolglos geblieben. Auch die Stuttgarter Richterinnen und Richter zweier f&#252;r das Recht der gesetzlichen
Krankenversicherung zust&#228;ndiger Senate des Landessozialgerichts haben den Versicherten Recht gegeben. Eine positive Empfehlung des
G-BA ist nicht erforderlich, da vorliegend nicht eine (neue) Methode der Krankenbehandlung in Frage steht. Das Fu&#223;heber-System kann
keine positive Auswirkung auf den Verlauf der MS-Erkrankung selbst haben. Es dient nicht der eigentlichen Krankenbehandlung, sondern hat
als Hilfsmittel zum unmittelbaren Behinderungsausgleich das Ziel, die Gehf&#228;higkeit und Mobilit&#228;t der Versicherten zu verbessern.
Im Bereich des unmittelbaren Behinderungsausgleichs d&#252;rfen Versicherte nicht auf kosteng&#252;nstigere, aber weniger wirksame
Hilfsmittel verwiesen werden, sondern haben Anspruch auf einen m&#246;glichst weitgehenden Ausgleich des Funktionsdefizits unter
Ber&#252;cksichtigung des aktuellen Stands des medizinischen und technischen Fortschritts. Beide Senate haben sich &#252;berzeugt davon
gezeigt, dass das neue Fu&#223;heber-System entscheidende Verbesserungen f&#252;r die Gehf&#228;higkeit und Mobilit&#228;t der Versicherten
mit sich bringt und daher die Versorgung erforderlich und gerechtfertigt ist.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">In beiden
F&#228;llen haben medizinische Gutachten und auch Videodokumentationen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des Sachverhalts gespielt.
In der Rechtssache L 4 KR 531/17 war bereits 2014 im Verwaltungsverfahren eine Videodokumentation angefertigt worden; in der Rechtssache L
11 KR 1996/17 hat der Senat im Berufungsverfahren die Erstellung einer Videodokumentation veranlasst und diese in der der m&#252;ndlichen
Verhandlung im Sitzungssaal an einem gro&#223;en Monitor abgespielt und mit den Beteiligten er&#246;rtert.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch F&#252;nftes Buch (SGB V)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Gesetzliche Krankenversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 33 Absatz 1 Satz 1 und 5:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit H&#246;rhilfen, K&#246;rperersatzst&#252;cken,
orthop&#228;dischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer
drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine
Gebrauchsgegenst&#228;nde des t&#228;glichen Lebens anzusehen oder nach &#167; 34 Abs. 4 ausgeschlossen sind. [&#8230;] Der Anspruch
umfasst auch zus&#228;tzlich zur Bereitstellung des Hilfsmittels zu erbringende, notwendige Leistungen wie die notwendige &#196;nderung,
Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln, die Ausbildung in ihrem Gebrauch und, soweit zum Schutz der Versicherten vor
unvertretbaren gesundheitlichen Risiken erforderlich, die nach dem Stand der Technik zur Erhaltung der Funktionsf&#228;higkeit und der
technischen Sicherheit notwendigen Wartungen und technischen Kontrollen.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Fri Jun 15 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unklare Ursache einer Legionellen-Erkrankung – Anerkennung einer Berufskrankheit abgelehnt]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5154156/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br />Um eine tödliche Legionellen-Infektion als Berufskrankheit anzuerkennen, muss geklärt sein, dass der versicherten beruflichen Tätigkeit eine abstrakte Gefährdung innegewohnt hat und sich diese generelle Gefahr auf Grund der im Gefahrenbereich ausgeübten Tätigkeit auch tatsächlich realisiert haben kann. Das morgendliche oder abendliche Duschen während einer auswärtigen Tätigkeit im Hotel vor Berufsbeginn oder nach Feierabend steht im Regelfall nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Mit dieser Begründung hat der<br />3. Senat des Landessozialgerichts einen Anspruch der Witwe des Versicherten auf Hinterbliebenenleistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung abgelehnt.<br /><br /><justify>Urteil vom 16.05.2018, Aktenzeichen L 3 U 4168/17</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5154162">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Der 58j&#228;hrige Versicherte wurde Ende August
2014 mit Fieber und grippe&#228;hnlichen Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert, wo eine Infektion mit dem Bakterium Legionella pneumophila
nachgewiesen wurde. Am 12.11.2014 verstarb der Versicherte. Der gelernte Elektrotechniker war zuvor langj&#228;hrig als Monteur und
Inbetriebnehmer u.a. f&#252;r die Automobilindustrie t&#228;tig gewesen, zuletzt im August 2014 bei Niederlassungen gro&#223;er
Automobilfirmen in Rastatt und Gent/Belgien. Bei den dort ebenfalls t&#228;tigen Kollegen ist bei keinem eine Legionellen-Infektion
aufgetreten.</span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Die beklagte Berufsgenossenschaft Holz und Metall
ermittelte sowohl an den letzten Arbeitspl&#228;tzen als auch an den Duschen im Privathaus des Versicherten. Dort konnten keine Legionellen
nachgewiesen werden. Eines der beiden Hotels in Belgien, in denen der Versicherte &#252;bernachtet hatte, teilte mit, dass keine
einschl&#228;gigen Vorkommnisse bekannt seien. Das andere Hotel war im Dezember 2014 endg&#252;ltig geschlossen worden, weshalb nicht vor
Ort ermittelt werden konnte und die Berufsgenossenschaft die belgischen Beh&#246;rden um Mithilfe bat. Das European Centre for Disease
Prevention and Control teilte unter Bezugnahme auf eine Stellungnahme des European Legionnaires Disease Surveillance Network mit, es sei im
fraglichen Zeitraum nur ein Fall einer reiseassoziierten Legionellenerkrankung berichtet worden, n&#228;mlich der des Versicherten. Das
wissenschaftliche Institut f&#252;r &#246;ffentliche Gesundheit des K&#246;nigreichs Belgien erkl&#228;rte, es habe in der betreffenden
Zeit und Region keine Epidemien oder Gruppen von F&#228;llen mit Legionellose gegeben. Die fl&#228;mische Agentur zur &#220;berwachung der
&#246;ffentlichen Gesundheit mit der Zust&#228;ndigkeit f&#252;r die Kontrolle von Legionellenausbr&#252;chen in Flandern teilte mit, im
Zeitraum vom 15.07.2014 bis 30.09.2014 sei kein Anstieg an Legionellenf&#228;llen in der Region um die beiden Hotels feststellbar gewesen
und es seien auch keine Probleme mit Legionellen in den beiden Hotels bekannt.</span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Ein von der Berufsgenossenschaft eingeschalteter
Sachverst&#228;ndiger wies darauf hin, dass die Benutzung von Hotelduschen ein Infektionsrisiko darstellen k&#246;nne, da im Fall der
Nichtnutzung der Zimmer das Wasser l&#228;ngere Zeit in den Leitungen stehe. Dies gen&#252;gte der Berufsgenossenschaft jedoch nicht als
Nachweis der Erkrankungsursache und sie lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit und Hinterbliebenenleistungen ab.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Das Sozialgericht Karlsruhe hat dagegen der Witwe
des Versicherten Recht gegeben und eine Berufskrankheit anerkannt. Ein konkreter Nachweis einer Gef&#228;hrdung sei zwar nicht
m&#246;glich, aber es habe eine abstrakte Gefahr durch das Benutzen der Hotelduschen bestanden, was vorliegend aufgrund der Schlie&#223;ung
eines der beiden Hotels ausreichen m&#252;sse.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">Die Richterinnen und Richter des
Landessozialgerichts haben dies anders bewertet und die Anerkennung einer Berufskrankheit nach Nr. 3101 (&#8222;Infektionskrankheiten, wenn
der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium t&#228;tig oder durch eine andere T&#228;tigkeit
der Infektionsgefahr in &#228;hnlichem Ma&#223;e besonders ausgesetzt war&#8220;) abgelehnt. Die wegen der beruflichen T&#228;tigkeit des
Versicherten allein in Betracht kommende Variante &#8222;durch eine andere T&#228;tigkeit der Infektionsgefahr im &#228;hnlichen Ma&#223;e
besonders ausgesetzt war&#8220; verlangt die Feststellung im Vollbeweis, dass dem versicherten T&#228;tigkeitsbereich eine abstrakte
Gef&#228;hrdung innegewohnt hat und sich diese generelle Gefahr auf Grund der im Gefahrenbereich individuell vorgenommenen Verrichtungen
auch tats&#228;chlich realisiert haben kann. An diesen Nachweisen fehlt es. Es kann nicht mehr aufgekl&#228;rt werden, aus welchem
Gefahrenbereich die Legionellen-Infektion kam. F&#252;r die T&#228;tigkeit im Bereich des Kundenservice sowie bei der Inbetriebnahme von
Reinigungs-, Vorbehandlungs- und Lackieranlagen f&#252;r die Automobilindustrie liegen keine Anhaltspunkte f&#252;r eine abstrakte
Infektionsgefahr vor. In Rastatt kam es zu keiner Zeit zu einer Exposition gegen&#252;ber w&#228;ssrigen D&#228;mpfen. In Gent hat der
Sachverst&#228;ndige eine Gef&#228;hrdungslage bei der beruflichen T&#228;tigkeit verneint. Soweit das Sozialgericht auf das Duschen im
Hotel abgestellt hat, steht dies schon nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, da kein Zusammenhang mit der an sich
versicherten Arbeitst&#228;tigkeit bestanden hat. Die K&#246;rperreinigung des Versicherten hat vorliegend nicht wesentlich betrieblichen
Interessen des Arbeitgebers gedient, sondern war dem privaten Bereich des Versicherten zuzuordnen. Au&#223;erdem hat der
Sachverst&#228;ndige dargelegt, dass eine Legionellen-Infektion in den beiden Hotels in Gent nicht nachzuweisen ist.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch (SGB) VII &#8211; Gesetzliche Unfallversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 9 Abs. 1 S&#228;tze 1 und 2 SGB VII</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Berufskrankheiten sind Krankheiten, die die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates als Berufskrankheiten bezeichnet und die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach &#167; 2, 3 oder
6 begr&#252;ndenden T&#228;tigkeit erleiden. Die Bundesregierung wird erm&#228;chtigt, in der Rechtsverordnung solche Krankheiten als
Berufskrankheiten zu bezeichnen, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind,
denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte T&#228;tigkeit in erheblich h&#246;herem Grade als die &#252;brige Bev&#246;lkerung
ausgesetzt sind; sie kann dabei bestimmen, da&#223; die Krankheiten nur dann Berufskrankheiten sind, wenn sie durch T&#228;tigkeiten in
bestimmten Gef&#228;hrdungsbereichen verursacht worden sind ...</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der Verordnungsgeber hat die BK 3101 wie folgt bezeichnet:</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#8222;<em>Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der
Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium t&#228;tig <span style="text-decoration: underline;">oder durch eine andere T&#228;tigkeit der
Infektionsgefahr in &#228;hnlichem Ma&#223;e besonders ausgesetzt war</span></em>.&#8220;</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Thu May 17 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Schulische Inklusion: Anspruch auf Schulbegleitung nicht nur in der „Regel-schule“, sondern auch beim Besuch einer Förderschule („Sonderschule“)]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5119097/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Nicht nur in der „Regelschule“, sondern auch beim Besuch einer Förderschule für behinderte Kinder besteht ein Anspruch auf Leistungen der Eingliederungshilfe (Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung), deren Umfang sich nach den Erfordernissen des Einzelfalls richtet. Dies hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Urteil entschieden.</justify><br /><justify><b> </b></justify><br /><justify>Urteil vom 06.12.2017, Aktenzeichen L 2 SO 3268/16</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5119103">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der jetzt
14j&#228;hrige Sch&#252;ler besucht ein sonderp&#228;dagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit F&#246;rderschwerpunkt geistige
Entwicklung. Das Schulamt hat einen sonderp&#228;dagogischen F&#246;rderbedarf im Sinne einer Schule f&#252;r geistig Behinderte
festgestellt.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Der
Sch&#252;ler leidet u.a. an fr&#252;hkindlichem Autismus. Diese Behinderung &#228;u&#223;ert sich insbesondere in einem gest&#246;rten
Kontakt- und Kommunikationsverhalten, ausgepr&#228;gten stereotypen und ritualisierten Verhaltensmustern und hoher Impulsivit&#228;t mit
regelm&#228;&#223;igen Kontrollverlusten, welche h&#228;ufig mit St&#246;rungen bzw. Gef&#228;hrdungen anderer Personen (Sch&#252;ler und
Lehrer) einhergehen (z.B. das Werfen von Gegenst&#228;nden). Des Weiteren bestehen bei ihm eine St&#246;rung des Orientierungssinns sowie
Weglauftendenzen. Er ben&#246;tigt auf Grund eingeschr&#228;nkter grob- und feinmotorischer F&#228;higkeiten auch Hilfe bei zahlreichen
Alltagsverrichtungen (Toilettengang, An- und Ausziehen, Essen mit Messer und Gabel etc.).</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sein Antrag
beim zust&#228;ndigen Landratsamt auf Eingliederungshilfe in Form einer Schulbegleitung w&#228;hrend der <em>gesamten</em> Unterrichtszeit
wurde von der Schulleitung unterst&#252;tzt. Diese sah sich nicht in der Lage, die notwendige Betreuung im Rahmen des &#252;blichen
Betreuungsschl&#252;ssels der Schule f&#252;r geistig Behinderte (sechs Sch&#252;ler pro Klasse; ein Drittel der Schulstunden mit zwei
Lehrkr&#228;ften pro Klasse, ansonsten eine Lehrkraft) zu gew&#228;hrleisten. Das Landratsamt &#252;bernahm &#8222;ohne Anerkennung einer
Rechtspflicht&#8220; Kosten der Schulbegleitung zur p&#228;dagogischen Betreuung im Umfang von <em>13h/Woche</em> im Schuljahr
2014/2015.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Widerspruch
und Klage hiergegen waren erfolglos. Die Eltern des Sch&#252;lers hatten, unterst&#252;tzt von der Schule, geltend gemacht, 13h/Woche seien
nicht ausreichend. Das Landratsamt hatte sich auf den Standpunkt gestellt, eine Schule f&#252;r geistig behinderte Kinder m&#252;sse jedem
Sch&#252;ler eine individuelle und an seinen Ressourcen orientierte F&#246;rderung bieten. Diese Unterst&#252;tzung des behinderten
Sch&#252;lers z&#228;hle zum Kernbereich der p&#228;dagogischen Arbeit, der prim&#228;r durch die Schule zu leisten sei. Das Sozialgericht
Freiburg hat sich in erster Instanz der Auffassung des Landratsamts angeschlossen und die Klage abgewiesen.</span></span></p>
<br />
<br />
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Richterinnen und Richter des Landessozialgerichts haben dies anders bewertet, dem Sch&#252;ler Recht gegeben und festgestellt, dass die
Beschr&#228;nkung der Schulbegleitung auf 13h/Woche rechtswidrig gewesen ist. Ma&#223;geblich sind nach der Auffassung des Senats Art und
Schwere der Behinderung und deren Folgen im konkreten individuellen Einzelfall. Nach Einholung von Ausk&#252;nften bei der Schulleitung und
den Lehrkr&#228;ften hat sich folgendes Bild ergeben: Der klagende Sch&#252;ler hat aufgrund der wesentlichen Behinderung einen weit
&#252;berdurchschnittlichen Unterst&#252;tzungsbedarf. Ohne die Begleitung einer vertrauten und qualifizierten Person ist er den
Anforderungen des Unterrichts in der Gruppe nicht gewachsen, hingegen kann er bei einer st&#228;ndigen Begleitung im Unterricht durch einen
Schulbegleiter gewinnbringend am Unterricht teilnehmen und Lernfortschritte erzielen. Die notwendigen Unterst&#252;tzungsleistungen
betreffen nicht den Kernbereich der p&#228;dagogischen T&#228;tigkeit, f&#252;r den die Schule verantwortlich ist, sondern begleiten die
eigentliche p&#228;dagogische Arbeit der Lehrkr&#228;fte und sichern diese ab (vorliegend z.B. ganz konkret: Hilfe bei der Beachtung von
Anweisungen der Lehrkr&#228;fte, Begleitung w&#228;hrend R&#252;ckzugsphasen, Aufsicht in Gefahrensituationen und zur Verhinderung von
Weglaufen, Unterst&#252;tzung bei der Konzentration auf die ihm gestellten Aufgaben). Solche integrierenden, beaufsichtigenden und
f&#246;rdernden Assistenzdienste, die flankierend zum Unterricht erforderlich sind, damit der behinderte Mensch das p&#228;dagogische
Angebot der Schule &#252;berhaupt wahrnehmen kann, muss der Sozialhilfetr&#228;ger (hier: das Landratsamt) als Hilfe zu einer angemessenen
Schulbildung bereit stellen. Die Vorgabe und Vermittlung der Lerninhalte, sowie der Unterricht selbst, seine Inhalte, das p&#228;dagogische
Konzept der Wissensvermittlung wie auch die Bewertung der Sch&#252;lerleistungen bleiben den Lehrkr&#228;ften vorbehalten und sind dem
Kernbereich der p&#228;dagogischen Arbeit zuzuordnen. Diese Grunds&#228;tze gelten nicht nur beim Besuch einer Regelschule, sondern auch
beim Besuch einer F&#246;rderschule, der nicht zu einem erweiterten Kernbereich der p&#228;dagogischen Arbeit f&#252;hrt.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Da bislang
Entscheidungen des Bundessozialgerichts nur zur Beschulung behinderter Kinder im Rahmen der inklusiven Beschulung in der
&#8222;Regelschule&#8220; vorliegen, aber noch nicht zu den &#8222;F&#246;rderschulen&#8220;, hat das Landessozialgericht wegen
grunds&#228;tzlicher Bedeutung die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><em>Anmerkung</em>: Noch
w&#228;hrend des laufenden Berufungsverfahrens hat das Sozialgericht Freiburg in einem Eilverfahren im einstweiligen Rechtsschutz dem
Sch&#252;ler im September 2017 eine Schulassistenz im Umfang von 34 Wochenstunden w&#228;hrend der gesamten Unterrichtszeit f&#252;r das
Schuljahr 2017/2018 zugesprochen.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch (SGB) XII</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 54 Absatz 1 Satz 1 Nr.&#160;1 SGB XII:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Leistungen der Eingliederungshilfe sind &#8230; insbesondere</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">1. Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung,</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Jan 02 00:00:00 CET 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren: Keine verspätete  Nachzahlung von Rentenbeiträgen zur Schließung von Beitragslücken]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5119087/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Wer die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren beziehen will, kann lange zurückliegende Beitragslücken nicht nachträglich durch Zahlung freiwilliger Beiträge zur Rentenversicherung schließen; auch wenn es um vergleichsweise kleine Lücken geht. Dies hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Urteil entschieden.</justify><br /><justify> </justify><br /><justify>Urteil vom 14.12.2017, Aktenzeichen L 10 R 2182/16</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5119093">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Der 1952 geborene Kl&#228;ger hat im Laufe seines Arbeitslebens insgesamt <em>44 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten</em>
erreicht. W&#228;hrend einer <em>einj&#228;hrigen Beitragsl&#252;cke</em> von November 2006 bis Oktober 2007 war er arbeitslos.
Arbeitslosengeld bezog er in dieser Zeit nicht, da er eine gr&#246;&#223;ere Abfindung vom letzten Arbeitgeber erhalten hatte.</span>
Bereits seit l&#228;ngerer Zeit hatte er geplant, nach einer <span style="margin: 0px;">dreij&#228;hrigen Altersteilzeitarbeit ab
01.09.2015 mit 63 und mit Abschl&#228;gen in Rente zu gehen.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Seit 01.07.2014 k&#246;nnen Versicherte mit dem Geburtsjahr des Kl&#228;gers mit 45 Beitragsjahren die Altersrente
f&#252;r besonders langj&#228;hrige Versicherte ab dem Alter von 63 Jahren abschlagsfrei in Anspruch nehmen (sog. &#8222;Rente mit
63&#8220;), was beim Kl&#228;ger monatlich eine rund 200&#160;&#8364; h&#246;here Rente ausgemacht h&#228;tte. Im April 2015 hat der
Kl&#228;ger bei der Rentenversicherung die Rente mit 63 ab dem 01.09.2015 und die Nachzahlung</span> freiwilliger Beitr&#228;ge f&#252;r
die Zeit von November 2006 bis Oktober 2007 in H&#246;he von 4.800&#160;&#8364; <span style="margin: 0px;">beantragt, um die
einj&#228;hrige Beitragsl&#252;cke zu schlie&#223;en</span>.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Rentenversicherung lehnte die
Nachzahlung freiwilliger Beitr&#228;ge wegen Vers&#228;umung der Zahlungsfrist ab. Ein H&#228;rtefall k&#246;nne nicht anerkannt werden.
Altersrente ab dem 01.09.2015 k&#246;nne es nur mit Abschl&#228;gen geben.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Vor dem Sozialgericht Stuttgart (SG)
obsiegte der Kl&#228;ger. Das SG verpflichtete die Rentenversicherung, die Nachzahlung freiwilliger Beitr&#228;ge zuzulassen, da eine
besondere H&#228;rte vorliege. Die Beitragsl&#252;cke f&#252;hre dazu, dass der Kl&#228;ger nicht die Rente mit 63 beanspruchen k&#246;nne.
Der Kl&#228;ger habe damals davon habe ausgehen k&#246;nnen, dass im Hinblick auf die Beitragsl&#252;cke kein Handlungsbedarf
bestehe.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Richterinnen und Richter des
Landessozialgerichts haben dies anders bewertet, das Urteil des Sozialgerichts aufgehoben und der Rentenversicherung Recht
gegeben.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Nach Auffassung des Landessozialgerichts
hat der Kl&#228;ger keinen Anspruch darauf, nach so langer Zeit noch freiwillige Beitr&#228;ge nachzuzahlen, um die L&#252;cke zu
schlie&#223;en. Denn Beitr&#228;ge f&#252;r die Monate November und Dezember 2006 h&#228;tte der Kl&#228;ger sp&#228;testens bis 31.03.2007
und f&#252;r die Monate Januar bis Oktober 2007 sp&#228;testens bis 31.03.2008 entrichten m&#252;ssen. Nach Fristablauf k&#246;nnen
Beitr&#228;ge nur in besonderen H&#228;rtef&#228;llen nachentrichtet werden. Einen solchen Fall besonderer H&#228;rte hat das
Landessozialgericht verneint. Die gesetzliche H&#228;rtefallregelung ist nicht dazu da, s&#228;mtliche Nachteile auszugleichen, die mit der
Vers&#228;umung der genannten Fristen einhergehen, sondern greift nur in bestimmten Konstellationen, die im konkreten Fall nicht gegeben
sind, insbesondere bei Verlust einer Rentenanwartschaft. Auf die Rente mit 63 hatte der Kl&#228;ger bei nur 44 Beitragsjahren aber zu
keinem Zeitpunkt eine Anwartschaft. Seinen urspr&#252;nglichen Plan, nach Vollendung des 63. Lebensjahres ab 01.09.2015 die Altersrente mit
Abschl&#228;gen in Anspruch zu nehmen, konnte er umsetzen. Auch die Tatsache, dass die jetzige Altersrente mit Abschl&#228;gen monatlich
rund 200&#160;&#8364; niedriger ist als die abschlagsfreie Rente mit 63, sich also die nachtr&#228;gliche Beitragszahlung von 4.800 &#8364;
bereits nach zwei Jahren amortisiert h&#228;tte, ergibt keine H&#228;rte. Um Abschl&#228;ge zu vermeiden h&#228;tte der Kl&#228;ger z.B.
zw&#246;lf Monate l&#228;nger arbeiten k&#246;nnen und mit 64 Jahren in die dann immer noch vorgezogene abschlagsfreie Rente gehen
k&#246;nnen. Er h&#228;tte auch bereits 2007 freiwillige Beitr&#228;ge entrichten k&#246;nnen, um die L&#252;cke zu schlie&#223;en. Dies
hat er nach eigenen Angaben bewusst nicht getan, weil er damals davon ausging, dass mit dieser Beitragsl&#252;cke f&#252;r ihn keine
Nachteile verbunden sind. Mit der Nachzahlung von Beitr&#228;gen kann man aber nach Auffassung des Landessozialgerichts nicht warten, bis
irgendwann in der Zukunft &#196;nderungen eintreten und die Nachzahlung auf die Zeit verschieben, in der die Nachteile einer
Betragsl&#252;cke sichtbar werden oder schon eingetreten sind.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch (SGB) VI, Gesetzliche Rentenversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 197 Abs.&#160;2 und 3 SGB VI:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(2) Freiwillige Beitr&#228;ge sind wirksam, wenn sie bis zum 31. M&#228;rz des Jahres, das
dem Jahr folgt, f&#252;r das sie gelten sollen, gezahlt werden.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">(3) In F&#228;llen besonderer H&#228;rte, insbesondere bei drohendem Verlust der
Anwartschaft auf eine Rente, ist auf Antrag der Versicherten die Zahlung von Beitr&#228;gen auch nach Ablauf der in den Abs&#228;tzen 1 und
2 genannten Fristen zuzulassen, wenn die Versicherten an der rechtzeitigen Beitragszahlung ohne Verschulden gehindert waren. Der Antrag
kann nur innerhalb von drei Monaten nach Wegfall des Hinderungsgrundes gestellt werden. Die Beitragszahlung hat binnen einer vom
Tr&#228;ger der Rentenversicherung zu bestimmenden angemessenen Frist zu erfolgen.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Mon Jan 08 00:00:00 CET 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Jährliche Beitragsbemessungsgrenze maßgeblich bei Auflösung von Arbeitszeitkonten]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5119075/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Arbeitszeitkonten, die zur Verstetigung des Arbeitslohns geführt werden, um witterungs- und jahreszeitlich bedingten Schwankungen zu begegnen, werden im Normalfall über Freistellungen ausgeglichen. Im sog. „Störfall“ (Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und Kontenausgleich durch kumulierte Auszahlung des Lohns im letzten Beschäftigungsmonat und nicht durch Freistellung) ist für die Beitragsabführung zur Sozialversicherung nicht nur die Beitragsbemessungsgrenze im konkreten Auszahlungsmonat maßgeblich, sondern die anteilige Jahresarbeitsentgeltgrenze, entschied nun das Landessozialgericht Baden-Württemberg.</justify><br /><justify> </justify><br /><justify>Urteil vom 13.03.2018, Aktenzeichen L 11 R 4065/16</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5119081">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">Die klagende
GmbH Co. KG, ein Dienstleistungsunternehmen der Garten- und Landschaftspflege aus Mannheim, f&#252;hrte f&#252;r ihre Mitarbeiter
Arbeitszeitkonten zur Verstetigung des Arbeitslohns, um witterungs- und jahreszeitlich bedingte Schwankungen auszugleichen. Im Herbst 2013
schieden bei der Kl&#228;gerin elf Arbeitnehmer aus. Daher wurden die im Jahr 2013 auf den Arbeitszeitkonten angesparten &#220;berstunden
nicht mehr f&#252;r Freistellungen verwendet, sondern im letzten Monat der jeweiligen Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse kumuliert
ausgezahlt. Die Zahlungen wurden als laufender Arbeitslohn nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze des konkreten Auszahlungsmonats zur
Sozialversicherung angemeldet und verbeitragt.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">Die Deutsche
Rentenversicherung Bund verlangte nach einer Betriebspr&#252;fung die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeitr&#228;gen in H&#246;he von
2.199,37 &#8364; wegen der Auszahlung der &#220;berstunden bei Aufl&#246;sung des Arbeitszeitkontos von der Kl&#228;gerin. Kumuliert
gezahlte &#220;berstunden und Aufl&#246;sungen von Arbeitszeitkonten seien stets laufendes Arbeitsentgelt und dem Monat zuzuordnen, in dem
sie erarbeitet seien. Bei Nachzahlungen k&#246;nne daher der gesamte Betrag nicht nur dem Auszahlungsmonat zugeordnet werden.
Ma&#223;geblich sei damit nicht lediglich die monatliche Beitragsbemessungsgrenze im Auszahlungsmonat, sondern die anteilige
Jahresarbeitsentgeltgrenze des Nachzahlungszeitraums. Widerspruch und Klage der Arbeitgeberin vor dem Sozialgericht Mannheim waren
erfolglos.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">Auch die
Stuttgarter Richterinnen und Richter schlossen sich der Auffassung der Deutschen Rentenversicherung an. Eine eindeutige gesetzliche
Regelung f&#252;r diesen Fall gibt es nicht, befand das Gericht. Die Sachlage ist nach Auffassung des Senats am ehesten mit einmalig
gezahltem Arbeitsentgelt vergleichbar. Das gesetzlich angeordnete Zuflussprinzip soll sicherstellen, dass die Beitragserhebung entsprechend
der verstetigten Lohnzahlung erfolgen kann. Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist nach der gesetzlichen Regelung dem
Entgeltabrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem es gezahlt wird. Auch das angesparte Zeitguthaben ist daher in entsprechender Anwendung
dieser Regelung nach der anteiligen Jahresarbeitsentgeltgrenze zu verbeitragen. W&#252;rde man der Auffassung der Kl&#228;gerin folgen und
im Falle nicht vereinbarungsgem&#228;&#223;er Verwendung des Arbeitszeitguthabens (keine Freistellung, sondern Auszahlung bei Beendigung
des Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisses) die Beitragserhebung ohne jegliches Korrektiv allein anhand des Auszahlungsmonats vornehmen,
w&#252;rde dies eine erhebliche Besserstellung der sonstigen flexiblen Arbeitszeitmodelle au&#223;erhalb von Wertguthabenvereinbarungen
darstellen. Denn dann w&#228;ren Beitr&#228;ge nur aus dem Entgelt bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze zu erheben. Eine solche
Privilegierung ist aber im Gesetz an keiner Stelle angelegt.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">Wegen
grunds&#228;tzlicher Bedeutung hat das Landessozialgericht die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen.</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="margin: 0px; line-height: 150%; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch Viertes Buch (SGB IV)</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 22 Absatz 1 Satz 1 und 2 SGB IV:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die Beitragsanspr&#252;che der Versicherungstr&#228;ger entstehen, sobald ihre im Gesetz
oder auf Grund eines Gesetzes bestimmten Voraussetzungen vorliegen. Bei einmalig gezahltem Arbeitsentgelt sowie bei Arbeitsentgelt, das aus
Arbeitszeitguthaben abgeleiteten Entgeltguthaben errechnet wird, entstehen die Beitragsanspr&#252;che, sobald dieses ausgezahlt worden
ist.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 23a Absatz 1 Satz 3 SGB IV:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; color: black;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt ist dem Entgeltabrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem es
gezahlt wird [&#8230;].</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Thu Mar 15 00:00:00 CET 2018</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wirtshausbesuch von Rehabilitanden keine Therapiemaßnahme – Arbeitsunfall abgelehnt]]></title>
      <link>https://www.landwirtschaft-bw.de/site/jum2/node/5119049/Lde/index.html</link>
      <description><![CDATA[<br /><justify>Ein abendlicher Gaststättenbesuch einer Gruppe von Rehabilitanden außerhalb der Reha-Einrichtung ist dem privaten (Freizeit-)Bereich zuzuordnen, da nicht die Förderung des Kurerfolgs, sondern private Geselligkeit, Entspannung und das Genusserleben durch Essen und Trinken im Vordergrund steht. Ein dabei erlittener Unfall (Sturz auf dem nächtlichen Heimweg) unterfällt nicht dem Schutzbereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Urteil entschieden.</justify><br /><justify> </justify><br /><justify>Urteil vom 23.03.2018, Aktenzeichen L 8 U 3286/17</justify><div style="height: 1px;overflow: hidden"><a name="anker5119055">&nbsp;</a></div><div class="basecontent-pbsbw---html-editor">
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Geklagt hatte
einer 53j&#228;hrige Frau, die wegen einer psychischen Erkrankung (Anpassungsst&#246;rung) im Herbst 2016 f&#252;r 3 Wochen zur Kur in
Todtmoos war. An einem Samstagabend war sie mit einigen Mitrehabilitanden in einer Gastst&#228;tte au&#223;erhalb der Reha-Klinik. Auf dem
R&#252;ckweg stolperte sie gegen 22:30 Uhr, fiel auf die linke Hand und brach sich den linken Ringfinger. Bei der beklagten
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft beantragte sie die Anerkennung als Arbeitsunfall. Sie machte geltend, der Ausflug sei Teil der Therapie
gewesen und von den &#196;rzten der Klinik empfohlen worden.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Die
Berufsgenossenschaft fragte in der Klinik nach und erhielt die Auskunft, der abendliche Ausflug habe zur privaten Freizeitgestaltung der
Rehabilitanden geh&#246;rt und sei &#228;rztlicherseits nicht verordnet worden. Die Patienten bek&#228;men lediglich die allgemeine
Empfehlung, Freizeitaktivit&#228;ten zusammen mit Mitpatienten ihrer Bezugsgruppe zu unternehmen. Die Gruppe sei auch nicht von
medizinischem bzw. therapeutischem Fachpersonal der Klinik begleitet worden. Hierauf gest&#252;tzt, lehnte die Unfallversicherung die
Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Widerspruch und Klage blieben erfolglos.</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Auch die Richter des Landessozialgerichts gaben der Berufsgenossenschaft recht.</span> Zwar stehen <span style="margin: 0px;">Personen, die auf Kosten eines Rehabilitations-Tr&#228;gers Leistungen zur medizinischen Rehabilitation erhalten,
unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies gilt aber nicht f&#252;r jedwede T&#228;tigkeit/Aktivit&#228;t w&#228;hrend der
Kur, sondern nur, wenn ein spezifischer sachlicher Zusammenhang gerade zu den durchgef&#252;hrten Reha-Ma&#223;nahmen besteht. Risiken, die
einem Versicherten in dessen Freizeit begegnen, sind, wie auch zu Hause, nicht vom Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung
erfasst.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"><span style="margin: 0px;">Ma&#223;geblich f&#252;r den Senat war, dass der Ausflug nicht speziell der station&#228;ren Behandlung diente und
auch nicht auf den Rehabilitationszweck ausgerichtet war. Die Kl&#228;gerin durfte die allgemeine Empfehlung zu Freizeitaktivit&#228;ten
auch nicht entsprechend verstehen und hat dies auch nicht getan.</span> Vorrangige Ziele und Zwecke des Ausflugs waren Entspannung,
Genusserleben durch Essen und Trinken und Geselligkeit in &#8222;heimeliger Atmosph&#228;re&#8220; &#8211; wie die Kl&#228;gerin selbst den
Wirtshausbesuch beschrieben hatte. <span style="margin: 0px;">Der Spaziergang, die Einkehr in die Gastst&#228;tte und der
anschlie&#223;ende R&#252;ckweg zur Reha-Klinik waren nicht &#228;rztlich angeordnet oder therapeutisch &#252;berwacht und begleitet.
Alleine die Empfehlung der Klinik, an solchen eigeninitiierten Aktivit&#228;ten teilzunehmen, ersetzt nicht die &#228;rztliche Anordnung,
Betreuung oder &#220;berwachung. Irgendwelche Unterst&#252;tzungsma&#223;nahmen seitens der Reha-Klinik wurden ebenfalls nicht unternommen,
sondern das &#8222;ob&#8220;, das &#8222;wann&#8220;, das &#8222;wie&#8220; und das &#8222;wohin&#8220; dieser Aktivit&#228;t war allein
Sache der Eigeninitiative der Rehabilitanden.</span></span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<div style="border: solid windowtext 1.0pt; padding: 1.0pt 4.0pt 1.0pt 4.0pt;">
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: center;" align="center"><strong><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII) Gesetzliche
Unfallversicherung</span></span></strong></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 2 Absatz 1 Nr. 15 SGB VII</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Kraft Gesetzes sind versichert</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">15. Personen, die</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">a) auf Kosten einer Krankenkasse oder eines Tr&#228;gers der gesetzlichen Rentenversicherung
oder der landwirtschaftlichen Alterskasse station&#228;re oder teilstation&#228;re Behandlung oder station&#228;re, teilstation&#228;re
oder ambulante Leistungen zur medizinischen Rehabilitation erhalten, (&#8230;)</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#167; 8 Absatz 1 SGB VII:</span></span></p>
<p style="margin: 0px; padding: 0cm; border: medium; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Arbeitsunf&#228;lle sind Unf&#228;lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz
nach &#167; 2, 3 oder 6 begr&#252;ndenden T&#228;tigkeit (versicherte T&#228;tigkeit). Unf&#228;lle sind zeitlich begrenzte, von au&#223;en
auf den K&#246;rper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod f&#252;hren.</span></span></p>
</div>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px; font-size: 11pt;">&#160;</span></p>
<p style="margin: 0px; text-align: justify;"><span style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">&#160;</span></span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Dr. Steffen Luik</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">Richter am Landessozialgericht</span></p>
<p style="margin: 0px;"><span style="font-family: Arial; font-size: medium;">- Pressesprecher -</span></p>
</div>]]></description>
      <pubDate>Tue Apr 17 00:00:00 CEST 2018</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>

