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Warndienst 9 vom 28.03.2024

Warndienst 9 Pflanzenschutz/Pflanzenbau 28.03.2024

 

Winterraps:

Je nach Lage öffnen sich im Raps demnächst die ersten Blüten. Der Befall mit Rapsglanzkäfer war sehr verhalten, Maßnahmen bisher nicht nötig. In späteren Lagen sollte - solange die Knospen noch geschlossen sind – bei entsprechenden Witterungsbedingungen (windstill, sonnig, 15°C) weiter kontrolliert werden.

Sollte der Bekämpfungsrichtwert, der bei 8-10 Käfern pro Haupttrieb liegt, überschritten werden, können Mospilan SG, Danjiri, Mavrik Vita oder Evure zum Einsatz kommen. Alle genannten Mittel sind in der Einzelanwendung als nicht bienengefährlich eingestuft. Bei Mischungen die besonderen Eigenschaften beachten (siehe Seite 84 im Pflanzenproduktionsheft 2024). Im Zweifelsfall telefonische Beratung anfordern. Ab sofort Behandlungen generell in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug durchführen.

Sobald mehr als 10% des Bestandes blühen, schädigt der Glanzkäfer nicht mehr.

 

Wintergerste:  

Die Wintergerste befindet sich im Stadium Beginn des Schossens bis ein Knoten Stadium. Ab dem ein Knoten Stadium (ES 31) können bei Bedarf Wachstumsreglermaßnahmen mit dem Wirkstoff Trinexapac (z.B. Moddus), Fabulis OD, Medax Top oder Prodax eingesetzt werden. In den überwiegenden Fällen wird das in der Woche nach Ostern der Fall sein. Strahlungsreiche Witterung ist für die Wirkung förderlich. Prodax als Mischprodukt aus Trinexapac und Prohexadion hat etwas geringere Temperaturansprüche als reine trinexapac-Produkte. Die Aufwandmengen sind je nach Sorte, Bodengüte und Anwendungsbedingungen auszurichten.

Bei der Krankheitskontrolle werden ab jetzt die obersten drei Blätter begutachtet, die auf den älteren Blättern vorhandenen Infektionen sind nicht relevant. Krankheiten im bekämpfungswürdigem Umfang konnten bisher nicht festgestellt werden.

 

Winterweizen:

Überwiegend befindet sich der Weizen Ende der Bestockung, in frühen Lagen und frühe Sorten (z.B. Obiwan) sind teilweise auch schon in EC31/32. In den frühen Beständen könnten nächste Woche Wachstumsreglermaßnahmen anstehen.

Relevante Krankheiten auf den neuen Blättern konnten noch nicht beobachtet werden. Der auf den älteren Blättern teilweise vorhandene Septoria-Ausgangsbefall ist derzeit noch nicht bekämpfungswürdig, Behandlungen sind erst ab EC 31/32 bei entsprechend länger anhaltenden Blattnässeperioden wirtschaftlich. 

Durch den sehr milden und auch niederschlagsreichen Winter, zeigen unsere Prognose-Programme Infektionsmöglichkeiten beim Thema Halmbruch an. Folgende Faktoren beeinflussen eine Infektionsmöglichkeit.

 

1.     Fruchtfolge: Gefährdet sind Fruchtfolgen mit 67% oder höheren Getreideanteil.

2.     Saattermin: Frühsaaten sind anfälliger als Spätsaaten.

3.     Sorte: Der überwiegende Teil unserer Weizensorten sind mit der Note 5 oder 6 bei Halmbruch eingestuft.

 

Beim Anbau einer anfälligeren Sorte in Kombination mit einem anderen für die Halmbruchkrankheit förderlichen Punkt, kann in diesem Jahr eine Behandlung gegen diese Pilzkrankheit sinnvoll sein, ob allerdings tatsächlich nennenswerter Befall auftritt, hängt von der Folgewitterung in April ab. Feuchte Bedingungen führen zu einem „Einwachsen“ des Pilzes in den Halm, Behandlungen gegen Halmbruch müssen daher bis EC 32/33 gefahren werden, der Wirkstoff muss an die Halmbasis. Als halmbruchwirksame Wirkstoffe sind Cyprodinil (z.B. Unix/Kayak) und v.a. Prothioconazol zu nennen. Generische Prothioconazole werden derzeit sehr preisgünstig angeboten, aus Resistenzgründen und da die Wirkungsreserven bei Halmbruch knapp sind, sollten mind. 80% der vollen Aufwandmenge eingesetzt werden.

 

 

Zuckerrüben:

Teilweise wurden Zuckerrüben gesät. Achten Sie bei den jetzt auflaufenden Zuckerrüben auf Schneckenbefall. Streuen Sie direkt nach der Saat an den typischen Stellen im Feld (feucht, nicht feinkrümelig) ein metaldehydhaltiges Schneckenkorn aus, um anhand des Ausschleimens den Befall festzustellen und legen Sie einen Sack, Brett oder Folie darüber. In den Schutzgebieten ist diese Vorgehensweise vorgeschrieben, nur eine randscharfe Randbehandlung ist ohne Schneckentest erlaubt. Bei einem Einsatz muss das Aufkommen dokumentiert werden.

 

 

Wir wünschen Ihnen frohe Ostertage!

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